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Uznacher Kunsttage, |
Ruhe als Richtkraft
"In meiner Zeit, an deinem Ort"
... "Ich teilte die Tage mit dir - Nächte. Wir tauschten Blicke mit dem Regen, wir waren nicht wie Träumende, nicht einmal in unseren Träumen. Und in der Unruhe schlief, nistete die Ruhe. In meiner Zeit, an deinem Ort." ... (Jehuda Amichai)
Meine Arbeit für die Uznacher Kunsttage 06 trägt den Titel "In meiner Zeit, an deinem Ort", nach einem Gedicht des israelischen Dichters Jehuda Amichai.
In meinen Bildern versuche ich Zeichen zu finden für menschliche Zustände oder menschliches Befinden. Es sind Fragmente einer unbekannten Welt, die ich anbiete und die der Betrachter selbst weiterdenken kann. Sie beziehen sich aufeinander und erläutern sich gegenseitig, in Figuren, Licht und Formen, um eine Atmosphäre der Konzentration herzustellen, die es dem Betrachter ermöglicht, sich in seiner Forschungsarbeit an einem anderen Zustand zu vergessen. Mich interessieren Atmosphären, die nur im Bild stattfinden, und nur als Bild existieren können. Es gibt sie nicht in der Wirklichkeit. Ich entwickle Methoden, um mich der Realität auf bisher unbekannte Weise zu bedienen, und ihr in meinen Bildern eine neue Gestalt zu geben. Um diese innerbildlichen Atmosphären und ihre Wirkungen zu erzeugen muss ich manchmal fragmentarische Versatzstücke benutzen. Dinge werden zusammengefügt, die in der Wirklichkeit nicht denkbar sind. Das macht die rätselhafte Atmosphäre aus und erzeugt eine unauflösbare Spannung und Ambivalenz. Das Dargestellte gehört einem Bereich zwischen Traum und Wirklichkeit an. Zeit und Raum scheinen aufgehoben, ein Augenblick von Ewigkeit soll spürbar werden.
Die Bilder sind Antworten auf Erlebtes, Gesehenes, Empfundenes; Ruhe, Schönheit, Geborgenheit, Sehnsucht, Not oder Bedrohung, also der Versuch, aus der Erinnerung ein ähnliches Gefühl zu erzeugen. Gleichzeitig werfen sie neue Fragen auf, bergen weitere Geheimnisse. In meinen Bildern geht es nicht um endgültiges Verstehen, sondern um ein fortwährendes Sehen und Verknüpfen. Ich versuche einer Vorstellung von Zweckfreiheit nahezukommen, die sich in der Ruhe verwirklicht. Die Bilder sollen ein Ort zurückhaltender Gelassenheit sein, eine einfache Hinzufügung im Raum, die den Betrachter zu nichts zwingt, nur Möglichkeiten der Bezugnahme anbietet.

