Tina Good

Ausstellung 01

Ausstellung 02

"SEINE, MEINE UND IHRE WOHNUNG IST EIN SCHÖNER ORT
ZUM AUSSTELLEN."
Ausstellung, Brahmshof, Zürich, 2005,
mit Thomas Hannibal und Herbert Weber

Blick in die Ausstellung

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01/05
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Die Macht ist von den Zwecken des Künstlers abgezogen und auf die des Konservators, Museumsdirektors, Magazinverlegers oder von sonstwem verlagert worden. Es gibt ein wirklich ungeheuerliches Beispiel, das mir sehr gut gefällt. Nach 1967 waren selbst Leute mit völlig gegenläufigen Arbeiten in der Lage, irgendwo auszustellen, sei es mit Hilfe von irgendjemandem oder von ihrem eigenen Kopf. Das war spannend und schwierig, ... eine Bäckerei ist eine Ausstellungsvitrine, die Wohnung eines Freundes ist ein schöner Ort zum Ausstellen usw.. Alles das wurde abgetan und ist beinahe in Vergessenheit geraten, weil es für zu dumm oder zu naiv gehalten wurde. Während der sechziger Jahre kehrte man in die Museen zurück, die Galerien wurden immer wichtiger. 1986 geht plötzlich ein Museum hin und findet selber eine Möglichkeit, Geld und Prestige für das Ausrichten einer Ausstellung zu bekommen: "Chambres d'amis". Und was ist das für eine Ausstellung? Nicht etwa geht es dabei um ein oder zwei Künstler im Museum: Vielmehr stellen siebzig Künstler ihre Arbeit in siebzig Genter Privathäusern aus. 1967-1968 sagen mehrere Künstler mangels Vertrag: "Wir finden keine Galerie, also lasst uns draussen ausstellen." Zwanzig Jahre später fasst der Direktor eines Museums den lächerlichen Beschluss, in einem Privathaus auszustellen, weil das öffentlicher ist, als in einem Museum auszustellen... Er überzeugt siebzig Künstler, ...in diesen Häusern auszustellen, und sieben Monate später erhält selbiger Direktor einen Preis für das Konzept seiner Ausstellung!

Daniel Buren, Erscheinen Scheinen Verschwinden,
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 1996